| Professor Dr. Dr. h.c. Hubert Hugo Hilf geb. 11. 04. 1893 in Limburg/Lahn - gest. 10. 04. 1984 in Reinbek bei Hamburg |
|
Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Hugo Hilf wird im In- und Ausland als Begründer der Forstlichen Arbeitswissenschaft angesehen, für die er sowohl die fachspezifischen Fundamente gelegt als auch die anzuwendenden Methoden entwickelt hat. Seine besondere Leistungsfähigkeit führte zur Herausgabe des "Forstarchivs" seit 1925, zur Gründung der Gesellschaft für Forstliche Arbeitswissenschaft (GeffA) 1926 und zur Errichtung des Instituts für forstliche Arbeitswissenschaft (IffA) 1927, des ersten seiner Art weltweit. Seine Forschungsergebnisse und Publikationen haben die Arbeitswissenschaft im Allgemeinen befruchtet; seine Lehrbücher zählen zu Standardwerken in deutschen wie in ausländischen Bibliotheken.
Nach seinem Studium in Hann.Münden, Gießen und München übernahm er 1922 die Lehr- oberförsterei Biesenthal in Eberswalde bei Berlin, wurde 1927 Professor für Forstbenutzung an der Forstlichen Hochschule und war deren Rektor 1929/30 und 1937/42. Nachdem Hilf im Ersten Weltkrieg aktiver Soldat und Offizier gewesen war, leistete er nochmals Wehrdienst von 1942 bis 1945 und zog bei Kriegsende nach Reinbek bei Hamburg. In nur wenigen Jahren baute er hier unter Überwindung größter, zeitbedingter Schwierigkeiten das IffA schon 1949 wieder auf, um dringend benötigte Forschungsmöglichkeiten einzurichten. In den 50er Jahren verbanden die GeffA und die Technische Zentralstelle für die Deutsche Forstwirtschaft (TZF) eine intensive Zusammenarbeit, woraus 1962 das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) entstanden ist. Den bereits in Eberswalde begonnenen, regen internationalen Gedanken- und Erfahrungsaustausch setzte Hilf im Reinbeker Institut fort. 1958 wurde das IffA, dessen Leiter Hilf bis 1961 blieb, in die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg eingegliedert. Neben der Forschungstätigkeit widmete sich Hilf mit viel Elan der akademischen Lehre. Bereits 1939 initiierte er - als engagierter Hochschullehrer für Forstbenutzung - in Eberswalde das Studium der Holzwirtschaft, das nach 1945 durch seinen persönlichen Einsatz an der Universität Hamburg fortgeführt worden ist. Im Rahmen des allgemeinen Vorlesungswesens dozierte Hilf über die "Grundlagen der Arbeitswissenschaft" sowie für die Studenten der Holzwirtschaft über "Forstliche Arbeitswissenschaft", "Rundholzgewinnung" und "Holzhandelskunde". Schüler und Mitarbeiter Hilfs waren u.a. Hans-Bruno Platzer, Doktorand in Eberswalde und später Leiter des IffA von 1961-1974, Gerhard Kaminsky, seit 1946 Student, Doktorand und Kollege in Hamburg wie auch sein Nachfolger in der Lehre bis 1985, Horst Freyenhagen, Student in Eberswalde und Mitarbeiter in Reinbek von 1947 bis 1973 ebenso wie Jochen Wippermann, Student in Reinbek, tätig im IffA von 1969 bis 1996 und - nach Georg Eisenhauer (1974 - 1985) - dessen letzter, kommissarischer Leiter von 1985 bis zur Institutsauflösung und Umwandlung zum Fachgebiet Arbeitswissenschaft 1986. Es ist dem Weitblick von Professor Hilf zu verdanken, frühzeitig die Notwendigkeit erkannt zu haben, auf akademischer Ebene Führungskräfte für die Holzwirtschaft auszubilden, sodass bis heute 1.056 Diplom-Holzwirte in leitenden Positionen der Holzwirtschaft und benachbarter Wirtschaftszweige wie auch in Forschung und Lehre an holzwissenschaftlichen Institutionen tätig geworden sind. Die spezifische Hochschulausbildung der Holzwirte in Hamburg wurde zum Vorbild für ähnliche Lehrstätten im Ausland. Anlässlich ihres 90jährigen Bestehens verlieh 1962 die Hochschule für Bodenkultur (BOKU) in Wien an Hilf als Nestor der forstlichen Arbeitswissenschaft die Ehrendoktorwürde |