Die Einbindung nationaler Märkte für Rohholz und Produkte aus Holz in die internationalen Märkte - die Globalisierung - geht weiter voran. Neue Impulse erfährt dieser Prozess der Intensivierung der internationalen Arbeitsteilung durch die Transformation der Wirtschaft mittel- und osteuropäischer Länder (MOE-Länder) und durch deren Annäherung an die EU. Bei der Produktion, Verwertung und Verwendung von Holz rücken zudem Gesundheits- und Umweltaspekte immer mehr in den Vordergrund. Aus diesen Entwicklungen und auch aus der Reform der Agrarpolitik, durch die neue Akzente für die Flächennutzung und die ländliche Entwicklung gesetzt werden, ergibt sich für das Ressort ein steigender Bedarf an wissenschaftlich erarbeiteten Entscheidungshilfen zu ökonomischen, wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen in den Bereichen Forst- und Holzwirtschaft.
Die zum Teil ungünstigen Strukturen der deutschen Forst- und Holzwirtschaft, die schwierige wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe, eine hohe Regulierungsdichte und Strukturschwächen in manchen Bereichen der deutschen Holzwirtschaft erfordern eine eingehende Analyse der wirtschaftlichen Entwicklungsprozesse. Vor dem Hintergrund zahlreicher internationaler Kooperationsbestrebungen ist die Politik zunehmend auf solche Analyseergebnisse angewiesen.
Das Institut befasst sich mit den wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald, dem wirtschaftlichen Stellenwert der Forst- und Holzwirtschaft insbesondere in ländlichen Gebieten, der wirtschaftlichen Entwicklung der Forst- und Holzwirtschaft sowie internationalen Verflechtungen über die Holzmärkte.
In dem Fachgebiet Forstpolitik werden
forstwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Strukturentwicklungen verfolgt und analysiert,
und hierauf aufbauend forstpolitischer Handlungsbedarf aufgezeigt sowie Wirkungsanalysen
forstpolitischer Maßnahmen durchgeführt. Außerdem werden methodische Ansätze
entwickelt und getestet, durch die die vielfältigen Leistungen des Waldes umfassend
bewertet werden können.
In der Holzmarktforschung wird die
Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf den Rohholzmärkten und den Märkten für
Produkte aus Holz kontinuierlich beobachtet und analysiert. Es werden die
Haupteinflussaktoren der Marktentwicklung offengelegt, Strukturverschiebungen analysiert,
Entwicklungstendenzen aufgezeigt und Prognosen der inländischen Holzversorgung und des
Holzverbrauches erarbeitet.
In dem Fachgebiet Betriebswirtschaft werden
die Produktionsbedingungen und -abläufe in den Betrieben der Forstwirtschaft untersucht,
die Entwicklung der Ertragslage der Forstbetriebe analysiert. Anhand von Betriebsanalysen
und Modellstudien werden Handlungsalternativen und forstpolitische Maßnahmen auf ihre
wirtschaftlichen Auswirkungen hin untersucht.
Professur für Ökonomie der Forst- und Holzwirtschaft
Im Lehrbereich werden Kenntnisse über Strukturen, Entwicklungen und politische
Rahmenbedingungen der Forst- und Holzwirtschaft und die Anwendung von Methoden
für Holzmarktanalysen vermittelt. Dies erfolgt durch die Darstellung des Holzmarktes
aus deskriptiver, analytischer, verkaufstechnischer und absatzpolitischer Sicht.
Im Forschungsbereich liegt ein Schwerpunkt auf der Erklärung von Strukturen und
Entwicklungen des Holzmarktes. Verschiedene Befragungen analysieren Aspekte des
Marketing aus vertriebs- und kommunikationspolitischer Sicht.
Darüber hinaus beschäftigt sich der Arbeitsbereich mit der Erforschung der
Voraussetzung der Marktfähigkeit von Umwelt- und Erholungsleistungen des Waldes.
In dem Zusammenhang werden theoretische Grundlagen zur Marktfähigkeit
heterogener Güter in dynamischen Märkten und in ihren institutionellen Abhängigkeiten erarbeitet.
31.12.2007
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