Institut für Holzchemie und chemische Technologie des Holzes

BFH-Institut für Holzchemie und
chemische Technologie des Holzes


Leuschnerstr. 91, 21031 Hamburg
Postfach 800209, 21002 Hamburg
Tel.   (040) 73962-500
FAX  (040) 73962-599
zum Fachgebiet Cellulose und Hemicellulosen Cellulose und Hemicellulosen
zum Fachgebiet Lignine Lignine
zum Fachgebiet Extraktstoffe und Bindemittel Extraktstoffe und Bindemittel
zum Fachgebiet Zellstoff und Papier, Faserplatten Zellstoff und Papier, Faserplatten
Veröffentlichungen aus dem Institut Veröffentlichungen
Forschungsprojekte des Instituts Forschung

Seit dem 1. Januar 2008 bildet das "Institut für Holzchemie und chemische Technologie des Holzes" zusammen mit dem "Institut für Holzbiologie und Holzschutz" und dem "Institut für Holzphysik und mechanische Technologie des Holzes" das "Institut für Holztechnologie und Holzbiologie" des neu gegründeten Johann Heinrich von Thünen-Instituts, Bundesforschungsinstitut Ländliche Räume, Wald und Fischerei (vTI).


In Deutschland wird zur Zeit weniger Holz eingeschlagen als nachwächst. Durchforstungs- und Schwachholz können nicht in den nötigen Mengen vermarktet werden. Dies gefährdet die Stabilität der Bestände. Vor diesem Hintergrund und aus ökologischen Gründen erscheint es problematisch, dass zunehmende Mengen an Produkten der holzchemischen Industrie aus Ländern importiert werden, in denen sie unter Bedingungen hergestellt werden, die in Deutschland aus Umweltschutzgründen nicht tolerierbar wären. Für die nachhaltige Entwicklung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft ist daher die chemisch-technologische Holzverwertung am Standort Deutschland nach wie vor von großer Bedeutung.

Die Institutsarbeit ist auf die Steigerung der Ökoeffizienz der chemischen Technologie des Holzes ausgerichtet, insbesondere durch Reduzierung von Schad- und Reststoffen sowie Erhöhung des energetischen und stofflichen Ausnutzungsrades des Holzes. Hierzu werden traditionelle technische Verfahren den modernen ökonomischen und ökologischen Anforderungen angepasst und grundsätzlich neue, umweltverträglichere Technologien entwickelt. Den Forschungsschwerpunkt bildet die Verbesserung der Papier- und Chemiezellstofferzeugung einschließlich der Bleiche sowie die Entwicklung von thermochemischen und biotechnologischen Verfahren. Die Verbesserung des Papier-Recyclings, die Verwendung von Katalysatoren in der Zellstoffproduktion und -Bleiche, die Kreislaufschließung und die Entwicklung emissionsarmer Bindemittel sind ebenfalls vorrangige Forschungsaufgaben. Im Rahmen der vorausschauenden Forschung werden Verwertungsalternativen für nachwachsende Rohstoffe gesucht. Für die Untersuchung der Ausgangs-, Zwischen- und Endprodukte sowie zur Prozesskontrolle werden spezielle chemische, spektroskopische und biochemische Analysentechniken eingesetzt und weiterentwickelt.

Durch die Entwicklung neuer emissionsarmer und ressourcenschonender Produktionsprozesse und Verbesserung bestehender Verfahren soll die nachhaltige Entwicklung gewährleistet und die Position der weiterverarbeitenden Industrie gestärkt werden. Durch Forschung und Literaturauswertung wird das Know-how erarbeitet, das die Mitarbeiter zu vielfältigen Hilfestellungen befähigt, unter anderem bei der Technikfolgenabschätzung oder bei Genehmigungsverfahren für holzchemische Anlagen.

Gemeinsam mit anderen europäischen Holzforschungsinstituten ist das Institut - vertreten durch die BFH - Mitglied in InnovaWood, dem Zusammenschluss der europäischen Netzwerke (Eurofortech, Eurifi, Euroligna und Eurowood) im Bereich der Forst- und Holzkette.

Das Institut ist ebenfalls Partner des im Jahr 2005 gegründeten European Polysaccharide Network of Excellence (epnoe).



Fachgebiete

Im Fachgebiet Cellulose und Hemicellulosen bestehen folgende Arbeitsschwerpunkte: Umwandlung der Holzpolysaccharide in wertvolle Chemierohstoffe mit Hilfe chemischer und biochemischer Konversionsverfahren; umweltfreundliche Zellstoffbleiche mit Enzymen geeigneter Mikroorganismen; enzymatische Behandlung von Altpapier zur Verbesserung der Altpapierqualität und zur Verringerung der Umweltbelastung; Enzym-unterstützte Charakterisierung und Modifizierung von Cellulosederivaten.




Im Fachgebiet Lignine werden native Lignine und "Restlignine" in Zellstoffen erforscht. Die Umsetzung der aromatischen Nebenprodukte der Zellstoffherstellung zu höherwertigen Produkten, wie Phenolersatz bei Harzen, stickstoffhaltigen Depotdüngemittel, Dispergiermitteln etc. werden vorrangig bearbeitet. Die thermische Umwandlung von Biomasse durch Flash-Pyrolyse in Wirbelbett-Reaktoren und die Veredelung der Pyrolyseöle zu flüssigen Energieträgern und zu Chemierohstoffen gehört ebenfalls zum Forschungsprogramm. Neue Analysenmethoden, wie die analytische Pyrolyse und Spektroskopie in Kombination mit mathematischen Methoden (Chemometrie) u. a. werden entwickelt.



Im Fachgebiet Extraktstoffe und Bindemittel werden sowohl Untersuchungen zur Rolle der akzessorischen Bestandteile bei der Kernholzbildung durchgeführt als auch deren Beitrag zur natürlichen Dauerhaftigkeit, zur Farbe und Geruch sowie zu anderen bemerkenswerten Eigenschaften des Holzes untersucht. Die Verwendung von Extraktstoffen als Silvichemikalien und die Analyse von Holzinhaltsstoffen für die Chemotaxonomie der Holzarten sind weitere Arbeitsfelder dieses Fachgebietes.




Im Fachgebiet Zellstoff und Papier, Faserplatten bildet die Faserstoffgewinnung und -verwendung den Arbeitsschwerpunkt, wobei die Entwicklung von umweltfreundlichen Zellstoffgewinnungsverfahren eine besondere Berücksichtigung findet. Die innovativen Verfahren ASAM und Acetosolv werden bereits im Pilotmaßstab entwickelt. Die Entwicklung von chlorfreien Bleichsequenzen mit Sauerstoff, Ozon und Wasserstoffperoxid und Recycling von Altpapier wird vorrangig vorangetrieben.


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31.12.2007
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