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BFH-Institut für Waldökologie und Waldinventuren
Alfred-Möller-Str.1 16225 Eberswalde Tel. (03334) 65-300 FAX (03334) 65-354 |
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| Seit dem 1. Januar 2008 ist das "Institut für Waldökologie und Waldinventuren" eines der 15 Institute des neu gegründeten Johann Heinrich von Thünen-Instituts, Bundesforschungsinstitut Ländliche Räume, Wald und Fischerei (vTI) |
Die gegenwärtige starke Dynamik in der Umwelt verbindet sich mit den erhöhten Anforderungen der Gesellschaft an den Wald zu einer großen Herausforderung für die Forstwirtschaft und die forstliche Forschung. Es wandeln sich vor allem die Bedingungen für das Waldwachstum. Das eingespielte Ökofaktorengefüge des "klassischen" forstlichen Standortes wird unter dem anthropogenen Fremdstoffeinfluss ständig neu geordnet, vielfach in unbekannter Richtung und meist mit stabilitätsbeeinträchtigenden Auswirkungen auf die vorhandenen Wälder. Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund zunehmender globaler Umweltprobleme. Stichworte sind Treibhauseffekt und Klimaveränderung, Waldschäden und Waldvernichtung, Bodenerosion und -vergiftung, Verschmutzung der Weltmeere und Verknappung der Trinkwasservorräte, sich aufbrauchende Energieträger und geogene Rohstoffe, Bedrohung und Verlust der biologischen Vielfalt. In der Folge der Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio im Jahre 1992 wurden internationale Vereinbarungen getroffen. Aus der Klimarahmenkonvention, der Agenda 21, der Waldgrundsatzerklärung, den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa, der Biodiversitätskonvention und dem Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt erwachsen Berichtspflichten der Bundesregierung zum Zustand und zu künftigen Veränderungen von Potentialen und Leistungen der Wälder. Aus den auf globaler Ebene erkannten Problemen erwachsen lokale Handlungsnotwendigkeiten. Dies stellt die Forstwirtschaft vor große Herausforderungen. Vorhandenes Wissen und Erfahrungen veralten um so schneller, je rascher die Umweltveränderungen eintreten. Der ökologische Wandel vollzieht sich in der Periode der politischen Einigung Europas mit auf die Waldbewirtschaftung und -bewahrung zurückwirkenden ökonomischen und sozialen Veränderungen. In dieser Situation ist die Ressortforschung als politikberatende Wissenschaft in besonderem Maße gefordert, weil sich die Probleme in der Praxis schneller entwickeln, als die Grundlagenwissenschaften die zu ihrer Bewältigung notwendigen Kenntnisse bereitstellen können. Eine wesentliche Aufgabe der ökologischen forstlichen Ressortforschung besteht deshalb darin, für die sich vollziehenden Veränderungen der Standortsbedingungen und Wachstumsabläufe in den Wäldern ein umfassendes, leistungsfähiges Informationssystem zu schaffen. Es ist Grundlage und Voraussetzung für die rechtzeitige Einleitung von Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und ermöglicht Risikoabschätzungen bezüglich der Reaktionen auf plötzliche oder permanent wirkende Ereignisse. Die unterschiedlichen naturräumlichen, standörtlichen und betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten innerhalb Deutschlands werden durch enge fachliche Kooperation und die Berücksichtigung von Ergebnissen der forstlichen Versuchsanstalten der Länder und der forstlichen Fakultäten der Universitäten berücksichtigt.
Im Fachgebiet Waldökologie werden ökologische Grundlagen zur Struktur, Dynamik, Produktivität und Stabilität von Wäldern und deren Bewirtschaftung erforscht. Aufbauend auf der Erfassung und Bewertung der Ökosystemausstattung und der Aufklärung des Zusammenwirkens verschiedener Ökofaktoren, insbesondere bei Änderung ihrer ursprünglichen Konstellation unter Fremdstoffbeeinflussung, werden grundlegende Aussagen für forstpolitische Entscheidungen erarbeitet.
Im Fachgebiet Waldinventuren werden
Methoden und Verfahren zur Erfassung relevanter Daten über den Zustand,
die Leistung und die Dynamik der Wälder entwickelt, und es wird an deren
Erhebung, Verwaltung, Aufbereitung und Interpretation für ökonomische
und ökologische Aussagen mitgewirkt. Besondere Arbeitsschwerpunkte sind die Bundeswaldinventur, die Waldschadenserhebung und die Bodenzustandserhebung.
Im Fachgebiet Wildtierökologie werden Grundlagen für das Management wichtiger Wildtierarten in den Lebensräumen
des Waldes und der offenen Landschaft einer dicht besiedelten
Kulturlandschaft erforscht. Methoden der Bioindikation und des Biomonitoring
zur Beurteilung von Belastung, Veränderung und Gefährdung
bestimmter Lebensräume werden entwickelt. mehr.....